Informationen zum Thema Hospize



  Das Hospiz

Hospiz [das; lat.], Medizin: Sterbeklinik, nach engl.
Vorbild auch in Dtschld. eingeführte Spezialklinik für
Sterbende, in der unheilbar Kranken, denen medizin.
nicht mehr geholfen werden kann, durch intensive
Zuwendung u. wirkungsvolle Schmerztherapie ein
menschenwürdiges Sterben ermöglicht werden soll.


Hospiz - Was ist das?

Ein Hospiz ist eine Art Zwischenlösung, wenn eine häusliche Pflege aus zeitlichen oder räumlichen Gründen nicht möglich ist, oder Krankenhauspflege nicht erwünscht. Jene Einrichtungen, in denen Schwerstkranke pflegerisch, medizinisch und psychosozial betreut werden, sich so weit wie möglich an den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen des Sterbenden orientieren und den Angehörigen eine Beteiligung an der Pflege und die Nähe zum Patienten ermöglichen, gibt es mittlerweile zahlreich in Deutschland. In England und den USA existieren Hospize schon seit längerem und finden positives Feedback.

Der Hospizgedanke... 10 Grundprinzipien

Im Mittelpunkt steht das Interesse, Sterbenden Begleitung anzubieten, damit selbige erleben:
"Sterben ist Leben, Leben vor dem Tod".

Die durchgeführten Maßnahmen werden an den individuellen Bedürfnissen des Sterbenden abgeleitet. Verschiedenste Hospizdienste bieten dazu ihre Hilfe an. Grundvoraussetzung stellt die Zusammenarbeit aller Beteiligten dar. Ziel ist, das Sterben in das Leben zu integrieren, den Sterbenden ins Leben zu integrieren! So gut als möglich, das Leben bis zuletzt in der gewohnten Umgebung zu halten.
Die Hospizidee sieht das Leben als natürliche Einheit von der Geburt bis zum Tod: Sterben ist lediglich die letzte Phase des Lebens. Diese konkrete Situation wird bewusst akzeptiert und das Sterben weder beschleunigt noch hinausgezögert. Aktive Sterbehilfe schließt die lebensbejahende Grundidee aus, respektiert jedoch die Wünsche der Kranken nach passiver Sterbehilfe.

Betreuung der Sterbenden... Kooperation Vieler

Das soziale Umfeld des Sterbenden wird vom Hospizdienst mit einbezogen, macht den bevorstehenden Abschied bewusst und bietet Angehörigen und Freunden über den Tod des Patienten hinaus Hilfe bei der Bewältigung des Verlustes an. Richtige und wahrhaftige Kommunikation gehört zu den ideellen Grundgedanken des Hospizdienstes.

Zwei Bemühungen stehen im Vordergrund:
  • Schmerztherapie und Symptomkontrolle
  • die Erfahrung: "Ich werde in meinem letzten Lebensabschnitt nicht allein sein."
Hospizdienste - Möglichkeiten der Begleitung

Stationäre Hospize...

... die wohl bekannteste Form, ist im Gegensatz zu Palliativstationen in Krankenhäusern, in welchen der Kranke im Endstadium symptomlindernd betreut wird, eine eigenständige Einrichtung. Häufig gibt es eine enge Bindungen und Zusammenarbeit an andere Institutionen, z.B. Krankenhäuser.

In einem Hospiz werden werden alle möglichen Maßnahmen ergriffen, um zu einer optimalen Reduktion der physischen und psychischen Beschwerden zu gelangen. Sofern eine ambulante, häusliche Versorgung nicht mehr möglich ist. Die Pflege wird hauptsächlich durch hauptamtliches Pflegepersonal ausgeführt, wobei die ärztliche Versorgeung überwiegend durch die Hausärzte der Patienten oder durch mit dem Hospiz kooperierenden Ärzten abgedeckt wird. Ziel ist die palliative (sogenannte sorgende, nicht aber heilende) Pflege und Beschwerdelinderung der Sterbenden bis zum Tod und der Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer Lebensqualität im Sinne von Schmerzfreiheit und Zuwendung.

Tageshospize...

... sind ähnlich wie die stationären Hospize ausgestattet, aber die Betreuung kann nur tagsüber geleistet werden. Die Patienten erhalten palliativ-medizinische Pflege sowie psychosoziale Betreuung. In Gesprächen stellen Themen wie Trauer, Verlustbewältigung und Abschied die zentralen Themen dar. Wie eben beim stationären Hospiz beschrieben übernehmen die ärztliche Betreuung auch hier die Hausärzte der Kranken. Nachts kehren die Patienten in ihre gewohnte Umgebung zurück. Ziel ist die Entlastung und Unterstützung der Sterbenden und ihrer Familie, so dass der Kranke möglichst lange in seiner häuslcihen Umgebung bleiben kann.

ambulante Hospizdienste...

... betreuen Patienten in ihrer gewohnten, häuslichen Umgebung. Das Angebotspektrum ist sehr variabel und reicht von einem Gespräch bis hin zur umfassenden medizinischen-pflegerischen Versorgung, wie z.B. die Pflege von rückenmarksnahen, externen Pumpen zur kontinuierlichen Morphiumgabe.

Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter wären diese Dienste nicht denkbar. Oft gibt es nur ein bis zwei hauptamtlich tätige Mitarbeiter, deren Aufgabe darauf beruht, die Koordination und Ausbildung der ehrenamtlich Tätigen zu gewährleisten. Behandlungsziel ist es die Patienten und ihre Angehörigen in der häuslichen Umgebung zu unterstützen und eine stationäre Aufnahme hinauszuzögern oder gar möglichst überflüssig zu machen.

Geschichte des Hospiz

Ursprünglich waren Hospize christliche Herbergen für Pilger und Reisende, später wurden sie zu sog. "Siechhäusern" und danach auch zu Zufluchtsstätten für jene Ausgestoßenen, die keiner mehr aufnehmen wollte und Obdach für Sterbende (Sterbende sind ebenfalls "Menschen unterwegs" - Reisende in ein andres Land).

Gründerin der modernen Hospizbewegung ist Dr. Circeley Saunders. Sie gründete das mittlerweile weltweit bekannte St. Christopher's Hospice in London. In den USA, Kanada und Großbritannien gibt es bereits tausende Hospize verschiedenster Art. Mit Beginn der 80er Jahre erreicht der Hospizgedanke auch das deutschsprachige Europa. Sicher auch durch die Zunahme von AIDS-Kranken in diesem Raum. Hospizbewegungen, das sind u.a Palliativstationen in Krankenhäusern, AIDS-Häuser, Hospize für Schmerzkranke und Sterbende, Hausbetreuungsdienste usw.

Neu an der modernen Hospizbewegung ist nicht die Lebens- und Sterbebegleitung, sondern die Synthese aus den Erkenntnissen der heutigen Medizin und der ganzheitlichen Begleitung und/oder Betreuung und Pflege.

1 passive Sterbehilfe, d.h. das Absetzen von Medikamenten (wie Antibiotika und Hermedikamente), den Verzicht auf parenterale Ernährung, Beatmung oder eine Operation und im weiteren Sinne auch ausrecihende Gabe von schmerzstillenden und/oder beruhigenden Medikamenten unter der Inkaufnahme evtl. auftretender Nebenwirkungen, kann einem Sterbenden Erleichterung geschaffen werden. Zum Beispiel werden bei Krebskranken im Endstadium oft Morphium oder andere starke, schmerzstillende Medikamente in sehr hoher Dosierung angesetzt. Diese Entscheidungen werden meist von allen Mitgliedern des Behandlungsteams gefällt - soweit möglich sollten auch auf jeden Fall Angehörige und der Kranke selbst in diese Entscheidung mit einbezogen werden.

Quellen:
Bertelsmann Lexikothek "Medica - Meilensteine des Lebens II" S. 262 f.
Liliane Juchli "Pflege - Praxis und Theorie der Gesundheits- und Krankenpflege" S.530 f.